Viele Photovoltaik-Anlagen in Deutschland werden starker Verschmutzung ausgesetzt. Die Einflüsse reichen von PV-Anlagen die direkt in der Nähe von Hauptverkehrsstrassen liegen über starke Luftverschmutzung bis hin zu Vogelkot. Verschmutzung der Kollektorflächen bewirkt in jedem Fall Ertragseinbußen und kann im schlimmsten Fall zur Beschädigung der Module führen, wenn Beläge nicht regelmäßig entfernt werden. Aus technischer Sicht macht die Reinigung von Solarmodulen in den meisten Fällen Sinn, aber rechnet es sich auch für den Anlagenbesitzer?

Es gibt zahlreiche Ursachen, die für Verschmutzungen verantwortlich sind und die Selbstreinigungsfunktion durch Niederschläge entfernt in den meisten Fällen nicht den gesamten Schmutz. Wie effektiv die Selbstreinigung funktioniert hängt außerdem in großem Maß von der Modulneigung ab. Je geringer der Neigungswinkel, desto geringer ist auch die Selbstreinigungskraft eines Moduls. Auch das Design der Kollektorflächen spielt eine wichtige Rolle. Bei rahmenlosen Modulen beispielsweise sammeln sich durch das nach unten fließende Wasser in den Ecken weniger Sedimente an als bei gerahmten Modulen. Werden Solarkollektoren einem oder mehreren der folgenden Einflüsse ausgesetzt sollte eine regelmäßige Reinigung in Betracht gezogen werden.

  • Organische Substanzen aus den Lüftungsanlagen von Viehställen
  • Abgase aus Schornsteinen
  • Abgase aus nahegelegenen Straßen und Industrieanlagen
  • Futtermittelstaub aus der Landwirtschaft
  • Vogelkot
  • Blätter und Blüten von Bäumen
  • Pflanzen wie Flechten, Algen und Moos

Wenn Sie sich entschließen die Modulflächen eines PV-Systems zu reinigen, sollten Sie auch die dadurch erzielbare Ertragssteigerung abschätzen. Im folgenden sehen Sie ein Beispiel wie sich bei einer unserer Bestandsanlagen eine Reinigung der Solarmodule auf die Ertragsperformance ausgewirkt hat.

Vergleichstest vor / nach Modulreinigung

Wir haben die Erträge einer 100 kWp Solaranlage vor und nach der Reinigung untersucht. Die Anlage ist auf dem Dach eines Viehhofes angebracht. Eine nahegelegene PV-Anlage ohne direkte Verschmutzungseinflüße diente uns dabei als Referenzanlage. Beide Anlagen liefen während der Beobachtungsperiode ohne Fehler.

Das Bild zeigt in einem Balkendiagramm die ertragssteigernde Wirkung einer Modulreinigung

Anschauliche Ertragssteigerung nach der Reinigung im Mai

Das Diagramm zeigt den monatlichen Ertrag der beobachteten PV-Anlage (blue), der Referenzanlage ohne Verschmutzungseinflüsse (rot) und eine Ertragsprognose für die beobachtete PV-Anlage ohne Reinigung (grün).  Die Solaranlage wurde am 24. Mai gereinigt. Nach der Modulreinigung konnte ein signifikanter Anstieg der Erträge um mehr als 15% festgestellt werden. Schon zwei Monate nach der Reinigung fielen die Erträge der Anlage jedoch wieder unter die Werte der Referenzanlage und verschlechterten sich danach im Zeitverlauf kontinuierlich. Die grünen Balken zeigen eine Ertragsprognose wenn überhaupt keine Reinigung statt gefunden hätte.

Die monatlichen Mehrerträge durch die Reinigung für die Monate Juni bis Dezember summieren sich auf 11.000 kWh. Im Fall einer Einspeisevergütung von 0,33 €/ kWh ergibt dies insgesamt Mehrerlöse von 3.630 €. Die Reinigungskosten für das 100 kWp-System beliefen sich auf 1.430 €. Nach Abzug der Kosten bleiben somit bis zum Jahresende 2.200 € Mehrertrag durch die Modul-Reinigung – für den Anlagenbetreiber sicherlich ein Grund zur Freude!

Für Sie geschrieben von
Johannes Maison