Italien, ein wunderschönes sonnenreiches Land, wird für seine vielen Sonnentage mit entsprechend hervorragenden Einstrahlungsleistungen von vielen Nordeuropäern beneidet.

Nicht zu beneiden sind jedoch derzeit PV-Anlagenbesitzer und Betreiber in Italien, die durch teils rückwirkend geltende, staatliche Verordnungen ihre Renditen dahinschmelzen sehen. Bereits Ende 2014 hatte Italiens Regierung zu deren Ungunsten die bisherigen Konditionen für die Förderung von Anlagen mit einer Leistung von mehr als 200 Kilowatt über das „Conto Energia“ im Nachhinein negativ verändert.

Doch das ist nicht alles, nun möchte man auch noch eine zusätzliche jährliche Abgabe pro kWh installierter PV-Leistung  aus Photovoltaik-Anlagen erheben, die eine Förderung aus dem Conto Energia bekommen. Dies soll zwar abgestuft nach Anlagengröße geschehen, aber auch diese Maßnahmen blockieren verständlicherweise die Motivation vieler Anlagenbetreiber oder solcher, die es noch werden wollten, weiter in die PV-Technologie zu investieren. Für Investoren wird es zunehmend unrentabel.

Für viele sind diese Maßnahmen der Italienischen Regierung unverständlich, hat doch auch Italien den Energy Charter Treaty (ECT) unterzeichnet. Das ECT ist als eine Verordnung zu verstehen, um den Investitionsschutz für  ausländische Investoren zu gewährleisten.

Der Zubau von Neuanlagen geht zurück – was ist die Ursache?

Schauen wir uns die letzten Zahlen aus der Solarwirtschaft Italiens an so wird hier bereits ein Trend erkennbar. Im ersten Halbjahr 2016 hat es in Italien einen Zubau von alternativen Energien von 314 MW gegeben. Der Anteil an neuen PV-Anlagen daraus waren 195 MW, Tendenz fallend. Betrachtet man nun noch den Anteil der regenerativen Energien im Jahr 2016 an der nationalen Stromversorgung, so sind das zwar immerhin 25,4%, aber auch hier ist festzustellen: im Jahr 2014 waren es noch 35%. Der Anteil ist also um 9,6% innerhalb von zwei Jahren gesunken!

Die Performance der Bestandsanlagen geht zurück- was ist die Ursache?

In der Gesamtschau liefert uns das für den Photovoltaik-Markt in Italien ein durchwachsenes Bild. Trotz Zubau sinkt demnach der Anteil des erzeugten Solarstroms,  „Die gebauten Anlagen liefern also immer weniger Leistung, was bedeutet dass viele dieser Bestandsanlagen  kaputt sind“. Dies lässt vermuten, dass viele Anlagenbesitzer und Betreiber einfach nicht wissen dass ihre Anlagen im Laufe der Zeit notleidend werden. Eine Ursache ist, es mangelt an professioneller Überwachung und regelmäßiger Wartung.

Auswirkungen auf die Kalkulation und den ROI

PV Anlagen sind auf eine sehr lange Betriebszeit hin geplant und entsprechend  sind auch die Finanzierungen angelegt. Wir sprechen also über Anlagegüter mit langen Abschreibungszeiten.

Der Return-on-Invest dieser Anlagen wird sich also nur dadurch sicherstellen lassen, wenn diese Erzeugungsanlagen kontinuierlich auch die prognostizierten Energieerträge bringen.

Wie stellt man das sicher?

Italien ist wie andere Industrieländer Europas ein hochtechnisiertes Land. Die Akteure in den hier agierenden Volkswirtschaften kennen  sich bestens mit Aufbau- und Ablaufprozessen in Unternehmen und technischen Anlagen aus. Man hat Kraftwerke der alten Technologien und komplexe Industrieanlagen in den vergangenen Jahrzehnten gebaut und stets dafür gesorgt dass der Return-on-Invest positiv ist.

Um dies zu gewährleisten hat man bei jedem Investment in ein Projekt auch ein darauf abgestimmtes Servicekonzept zur Seite gestellt. Intelligente Ingenieur-Dienstleistungen und Services sorgen in Italien und in ganz Europa bis heute dafür, dass der Wirtschaftsmotor nicht ins Stottern kommt und kein „Sand im Getriebe“ die laufende Wertschöpfung hemmt.

Bewährte Konzepte – warum nicht auch in der Photovoltaik?
oder
Gefährliche Reaktionen auf die staatliche Renditekürzung

Übertragen wir diese positive Lernkurve nun einmal auf die Technologien der regenerativen Energien, mit besonderem Augenmerk auf die Photovoltaik.

Eine Photovoltaikanlage – ob klein oder groß – ist über den gesamten Betriebszeitraum extremen Umweltbedingungen ausgesetzt. Es wäre also nahe liegend, den Betrieb dieser Anlagentechnik sowohl durch regelmäßige Inspektion als auch durch kontinuierliche Überwachung am Leben zu erhalten.

Was aber derzeit bezogen auf PV-Anlagen auch in Italien zu beobachten ist, lässt eher das Gegenteil vermuten.

Fehlt es den Betreibern an der nötigen Sensibilität?

oder versucht man den geschmälerten Ertrag, der durch den bereits eingangs erörterten staatlichen Eingriff verursacht wird, durch eine Kostensenkung im Betrieb zu kompensieren. Übertragen auf andere Lebensumstände würde dies bedeuten, man versucht den Betrieb eines Autos nach gestiegenen Kraftstoffpreisen dadurch wieder rentabler zu gestalten, indem man dem Motor kein Öl mehr gibt. Jeder vernünftige Mensch kann sich vorstellen, wo das endet.

Der Preisverfall macht EPCs das Leben schwer

Im Jahr 2015 wurden die Wartungsvertragspreise für PV-Systeme um ca. 20-25% reduziert. Im Jahr 2016 nochmals um ca. 16%. Viele Wartungsunternehmen klagen dass der Kunde nur Verständnis für den Preis einer Videoüberwachung hat. Der Rest sollte am besten gar nichts kosten.

Aber genau dieser Rest – und darunter fallen auch Monitoring und die Wartung – sind immer wichtiger für älter werdende PV-Anlagen. Man kann das sehr gut, mit der im Jahr 2016 eingespeisten Energie bei den typischen PV-Größenkategorien erkennen:

  • Obwohl der jährliche Zubau aus dem Segment der Kleinanlagen unter 20kWp stammt , nimmt die Energieeinspeisung aus diesem Segment seit 2014 nicht zu.
  • Bei PV-Anlagen von 21-200kWp ist zu beobachten dass die Einspeisung zunimmt.
  • Und bei den PV-Kraftwerken von 200-1000kWp kommt es wiederum zu einer Abnahme der Einspeisung.

Daraus kann man erkennen, dass Kleinanlagen nicht überwacht werden und bei Großanlagen durch die Beitragskürzung seitens der GSE die Bereitschaft, ein angemessenes Servicebudget einzuplanen, nachlässt. Bei einigen Anlagenbetreibern ist vielleicht das Geld für eine professionelle Überwachung schon gar nicht mehr vorhanden, was zwangsläufig zu nicht festgestellten technischen Problemen und damit einer weiteren Erosion der Erträge führen wird. Eigentlich müsste man ja gegensteuern, es herrscht aber eine gewisse Ratlosigkeit.

Wie kommt man aus dieser Situation wieder heraus!?

Versachlichung hilft hier vielleicht einen Schritt weiter. Wer oder was sind die tatsächlichen Kostentreiber oder Ertragsminderer beim Anlagenbetrieb eines PV-Systems? Hier der Versuch diese einmal aufzulisten und nach Höhe der verursachten Kosten zu sortieren, wobei an Position 1 jene Posten stehen, die hohen Ertragsverlust und hohe Kosten bedeuten (Finanzierungskosten sind dabei nicht berücksichtigt).

  1. Anlagen- und Betriebsstörungen 70-80%, langanhaltend – unentdeckt
  2. Staatliche Verordnungen, Steuern, Gebühren, Abgaben etc. 15%
  3. Services, präventive Wartung, Personalkosten im Service 10%
  4. Monitoring und technische Betriebsführung 1-5%

Die Zufriedenheit des Anlagenbesitzers und sein angepeilter Return-on-Invest wird demnach überwiegend durch Punkt 1 beeinflusst,  ganz sicher aber nicht durch Punkt 4.

Staatlicher Einflussnahme kann man nicht ausweichen, was ist also zu tun?

Der Schlüssel zum Erfolg ist demnach Punkt 4,  intelligentes Monitoring in Kombination mit professioneller, technischer Betriebsführung. Dadurch kann Anlagen- und Betriebsstörungen so weit wie möglich vorgebeugt werden. Ausfallzeiten werden minimiert, Betriebszeiten erheblich verlängert und hohe Personalkosten für Reparatur und Wartung auf das unbedingt Nötige verringert.

In Summe kommt wieder das unterm Strich heraus was der Anlagenbesitzer und Betreiber sich immer gewünscht hat: ein rentables Investment.

Jedes PV-Investment profitiert von professionellem Monitoring

Jedem Anlagenbesitzer und Anlagenbetreiber eines PV-Systems ist daher dringend zu raten das Gespräch mit erfahrenen Profis zu suchen. Nutzen Sie deren Expertise und vertrödeln Sie nicht weitere Zeit, denn ihre Anlage ist zu wertvoll.

Die Sonne von gestern scheint eben nicht wieder. Ungenutzter Solarertrag, der durch unentdeckte Anlagenstörungen verursacht wird, kann sich über den gesamten Betriebszeitraum hin dramatisch fortentwickeln. Das muss nicht sein, handeln Sie!