Wer Bestandsanlagen in die technische Betriebsführung übernimmt, kennt das Problem von mangelhaften, unvollständigen oder sogar nicht existierenden Anlagendokumentationen. Um eine PV-Anlage technisch überwachen zu können, muss aber die Konfiguration der Anlage bekannt sein und im Monitoring Portal hinterlegt werden. Ist die exakte Verschaltung der Photovoltaikmodule nicht bekannt, kann dies dazu führen, dass Defekte wie z.B. Ausfälle von PV-Strings nicht bemerkt werden. Auch ein Vergleich der spezifischen Werte der Geräte ist dann nicht möglich, dies kann zu unzähligen unnötigen Fehlermeldungen führen. Bevor eine PV-Anlage überwacht werden kann, muss also die Anlagenkonfiguration sorgfältig überprüft werden. Der Aufwand die Verschaltung der PV-Module am Monitor zu überprüfen kann sehr groß werden, verglichen mit den Folgen eines unbemerkten Defekts, ist er jedoch gering. Und allein die unzähligen Falschmeldungen, die durch falsch hinterlegte Verschaltungen verursachen werden, zu bearbeiten ist auf Dauer deutlich aufwendiger.

Häufige Probleme in den Anlagendokumentationen

  • Bei dem Bau der Anlagen wird oft nicht die geplante Verschaltung der PV-Strings/Module umgesetzt, sei es z.B. weil dies die Arbeiten vor Ort deutlich vereinfacht. Diese Änderungen werden häufig nicht in den Anlagendokumentationen angepasst.
  • In der Anlagendokumentation wird nur die Wechselrichternummer angegeben und keine Seriennummer oder Bus-ID (Fehlender Kommunikationsplan). Werden bei der Einrichtung des Datenloggers die Namen der Wechselrichter nicht an die der Dokumentation angepasst, ist es für den Betriebsführer nur mit viel Aufwand und in einigen Fällen sogar gar nicht möglich die Anlagenkonfiguration im Monitoring Portal zu hinterlegen.
    Beispiel
    Vor Ort werden die Wechselrichter angeschlossen und am Datenlogger der Wechselrichterscan durchgeführt. Der Datenlogger erkennt die Geräte anhand der Seriennummer und nummeriert diese nach der Reihenfolge im Datenbus. Diese entspricht aber nicht zwingend der Nummerierung in der Dokumentation.
  • Wenn Wechselrichter getauscht werden kommt es vor, dass es kein baugleiches Gerät mehr zur Verfügung steht und in manchen Fällen muss dadurch auch etwas an der Verschaltung der Module/Strings verändert werden. Diese Änderungen werden häufig vom Feld nicht weiter gegeben.

Nach der Aufschaltung und Konfiguration einer PV-Anlage in einer Monitoring-Software sollte anhand der Messwerte eine Plausibilitätsprüfung durchgeführt werden. Siehe Artikel „Prüfung der Anlagenkonfiguration am Monitor: Plausibilitätsprüfung“